Nationalmannschaft Herren

Silber für Deutschlands Herrenteam

Die deutschen Torball-Herren haben nach 2007 erneut nach dem Weltmeisterschafts-Titel gegriffen – Im Finale trafen sie dann jedoch auf einen an diesem Tag überlegenen Gegner mit Österreich und können sich daher zu Recht über die Silber-Medaille freuen!

Die deutsche Torball Nationalmannschaft der Herren hat bei der fünften IBSA-Weltmeisterschaft in Magglingen (Schweiz) vom 25.06. bis 28.06.2015 teilgenommen. In einem hochklassigen Starterfeld trafen die Männer um Chefcoach Hans-Dieter Weidner auf die Teams aus Frankreich, Italien, Argentinien, Österreich und den Gastgeber aus der Schweiz.

Strafwurfabwehr

Strafwurfabwehr

Wie sich gleich im ersten Spiel gegen Argentinien herausstellen sollte, war die Konkurrenz auf den Punkt vorbereitet. Mit einem am Ende verdienten 3:3 Unentschieden kamen die Herren gut ins Turnier. In den dann folgenden Spielen fanden die Deutschen jedoch nicht zur gewohnten Stabilität und Sicherheit in der Abwehr und so kam es zu vielen Gegentreffern. Nach einem Sieg gegen Frankreich folgte eine knappe 1:2 Niederlage gegen Österreich. Im darauf folgenden Spiel drehte Italien unerwartet auf und lies mit einem 4:2 Sieg erste Fragezeichen aufkommen. Die Schweizer hatten bis dahin alle Spiele gewonnen und waren bereits deutlich an der Tabellenspitze. Daran änderte sich auch nichts nach dem Spiel gegen Deutschland, das deutlich mit 4:1 für die Gastgeber endete. An dieser Stelle war bereits deutlich geworden, dass mit dem Ausfall von Jürgen Becker (TG Unterliederbach) ein sehr wichtiger Spieler der Mannschaft weggebrochen war.

David Georgi

David Georgi

Die Moral des Teams war jedoch ungebrochen und Dank der perfekten Vorbereitung waren die Spieler keineswegs vom Titelgedanken abgekommen. Das zeigte sich dann direkt zu Beginn der Rückrunde mit einem 6:1 Sieg gegen Argentinien und weiteren stark erspielten Unentschieden gegen Italien und Österreich. Durch die Ergebnisse der übrigen Mannschaften war dann bereits absehbar, dass die Mannschaft um Hans Demmelhuber, Christian Ruland (beide SG Mühldorf-Altötting-Landshut), Jörg Bechtold (Berliner BSV), Christian Bachmann (TFC Kaiserslautern), David Georgi und Markus Schönbach (beide TG Unterliederbach) das Halbfinale als Viertplatzierter verdient erreichen wird. Dort trafen die Deutschen dann auf den bislang dominierenden Gastgeber aus der Schweiz. In diesem Spiel zeigte sich die Klasse dieses deutschen Teams und der Wille, noch einmal den Titel zu holen. Mit zum Teil genialen Spielzügen erspielte sich das Team eine 3:0 Führung und gab zu keiner Zeit das Heft aus der Hand. Die Schweiz kam nur noch zum Anschlusstreffer kurz vor Schluss und so zogen die Deutschen ins Finale ein. Dort trafen die Männer dann auf Österreich. Im Finale zeigten sich beide Teams zunächst unerwartet zerfahren. Österreich produzierte zwei Strafwürfe, die jedoch von Deutschland nicht genutzt wurden. Zur Halbzeit war das Spiel noch nicht hochklassig, was sich dann aber ändern sollte. Österreich zog mit ansatzlosen und in diesem Fall Weltklasse Toren von Andreas Bergmann auf 3:0 davon. Die Deutschen Herren konnten leider nichts entgegensetzen. Weitere Tore folgten von Österreich, die schließlich mit einem 5:0 Sieg verdient den Weltmeistertitel holten.

Hans Demmelhuber

Hans Demmelhuber

Die erste Enttäuschung verflog aber recht schnell und so freuten sich die deutschen Herren über die errungene Silber-Medaille. Das ganze Turnier über konnte sich das Herren- und Damen-Team auf Josef Albanese verlassen, der als Co-Trainer der Herren und Physiotherapeut ein perfekter Rückhalt war.

Marco Doth

 

Fotos von www.hans-jürg.ch

Medaillenregen für die deutsche Torball-Nationalmannschaften

Damenteam erkämpft sich den Weltpokal zurück. Das Herrenteam wird Vizeweltmeister.
Vom 25.-28. Juni 2015 fanden im Schweizerischen Magglingen die 5. IBSA-Weltmeisterschaften im Torball für Damen und Herren statt, bei denen auch Deutschland mit seinen jeweiligen Teams vertreten war. Mit Gabi Eschebach-Weck, Melanie Schäfer, Claudia Obermeier und Elke Averesch bei den Damen sowie David Georgi und Jörg Bechtold waren auch sechs ehemalige Blista-Schüler am Start.
Neben den Gastgebern aus der Schweiz traten die deutschen Nationalmannschaften gegen die Teams aus Österreich und Frankreich bei den Damen und Österreich, Frankreich, Italien und Argentinien bei den Herren an. Beide Teams spielten zunächst in einer Hin- und Rückrunde im Modus „jeder gegen jeden“, auf die bei den Herren die Halbfinals und das Finale folgten.
Weltmeisterinnen 2015

Weltmeisterinnen 2015

Bei den Damen traten lediglich die Erst- und Zweitplatzierten erneut gegeneinander an, um den Sieger unter sich zu ermitteln.
Das Damenteam um Chefcoach Marco Doth kam mit der Turnierluft sehr gut klar und startete gleich mit zwei Siegen (4:2 gegen Österreich und 6:3 gegen die Schweiz) ins Turnier. Das Spiel gegen Frankreich war technisch sehr anspruchsvoll und durch viele Tore auf beiden Seiten auch für die Zuschauer sehr interessant. Nach 10 Minuten konnte kein Sieger ermittelt werden und so gingen beide Teams mit einem 4:4 und jeweils einem Punkt in der Tasche vom Feld. Als in Deutschland bereits die Tagesschau lief, begann für das Damenteam die Rückrunde mit dem Spiel gegen Österreich. Hier lag man sehr schnell mit 0:2 hinten, konnte sich aber in der zweiten Halbzeit wieder herankämpfen und verlor schließlich nur knapp mit 2:3. Dieser kleine Dämpfer tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch und so konnte der zweite Turniertag, bei dem alle Teams noch Chancen auf den Titel hatten, frisch und fröhlich begonnen werden. Die Schweiz, die ihr letztes Spiel am Vorabend gewonnen hatte, wollte Deutschland unter Druck setzen und ging auch in Führung, die Deutschland allerdings postwendend ausgleichen konnte. Der Durchbruch gelang aber erst in Halbzeit 2, wo Deutschland sehr schnell 3 Tore erzielte und schließlich mit 4:1 als verdienter Sieger vom Platz ging. Im letzten Spiel wartete zum zweiten Mal die Equipe der neuen Vereinigung UNADEV aus Frankreich auf Deutschland. Die Damen um Coach Mikaël Maunier hatten schon am Vorabend mit Erfolg versucht, der Nationalmannschaft das Leben schwer zu machen und diese Taktik setzten sie zunächst nahtlos fort. Erst nach dem verwandelten Strafwurf zum 3:2 gelang es den Deutschen, sich abzusetzen. Beim Schlusspfiff stand es 5:2 und Deutschland beendete die Vorrunde mit 9:3 Punkten als Gruppenerster. Im Finale traf man vor einer atemberaubenden Kulisse zum dritten Mal auf das Team aus Österreich, das die Vorrunde mit sechs Punkten als Zweiter beendet hatte. Das Spiel begann zunächst recht zäh und Deutschland geriet zwei Mal in Rückstand, konnte sich aber nicht zuletzt durch die frenetischen Anfeuerungsrufe der Zuschauer wieder ins Spiel kämpfen und nach dem 2:2-Ausgleich lief es richtig gut. Man zwang den Gegner zu Fehlern und konnte seine eigenen Chancen verwerten und in drei Tore ummünzen, sodass es mit dem Schlusspfiff 5:2 stand und die kühnsten Träume wahr wurden.

Siegerehrung Herren

Siegerehrung Herren

Die Herren von Chefcoach Hans-Dieter Weidner waren als Titelverteidiger in die Schweiz gereist. Nicht gerade nervenschonend mühte sich die zur Hälfte neu formierte Mannschaft in das Halbfinale. War der Auftakt gegen Argentinien (3:3) sowie gegen Frankreich (3:2) geglückt, setzte es anschließend Niederlagen gegen Österreich (1:2), Italien (2:4) und Gastgeber Schweiz (1:4). Damit stand Deutschland zum Rückrundenauftakt gewaltig unter Druck. Gegen Argentinien (6:1) überzeugte Deutschland um gleich im nächsten Spiel gegen Frankreich überraschend mit (1:3) zu verlieren. Gegen Österreich und Italien wurde die Abwehr verstärkt und jeweils ein (1:1) erkämpft. Im Abschlussspiel gegen die Schweiz stand zwar eine 0:3-Niederlage in den Protokollen, die Herren hatten aber das bessere Torverhältnis gegenüber Frankreich und zitterten sich ins Halbfinale. Hier wartete erneut der Gastgeber, der das heimische Publikum hinter sich wusste. Doch wie so oft bei erfolgreichen Mannschaften „die spielen das ganze Turnier unscheinbar“ und im entscheidenden Moment setzt sich die Erfahrung durch. Zu keiner Spielminute hatten die Schweizer das Halbfinale im Griff und verloren mit 3:1. Im Finale konnte Deutschland in der ersten Halbzeit gegen Favorit Österreich gut mithalten und lag 0:1 zurück. Als die Offensivbemühungen forciert wurden, wurde Deutschland ausgekontert und verlor am Ende bitter 0:5.
Beide Teams haben bei diesem Turnier das maximale rausgeholt und kehren reich behangen zurück.

von David Georgi

 

Im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Magglingen/Schweiz hat das Torballportal die Spieler und Trainer der Nationalmannschaft interviewt.

Das Interview mit David Georgi

Torballportal: Du bist Weltmeister. Was hast Du dir für diese WM vorgenommen?

David Georgi: Ich habe die WM zum Anlass genommen, mich körperlich fit zu halten.
Zwischen Familienalltag und Job keine leichte Aufgabe, aber mit der WM-Teilnahme im Rücken, ein Ziel, das ich erreicht habe. Bei der WM möchte ich unseren neuen Spielern helfen, das Turnier als eine Bereicherung erleben zu können. Ich möchte nochmal eine Medaille mit nach Hause nehmen!

David Georgi vor dem Abwurf

David Georgi vor dem Abwurf

Torballportal: War die Vorbereitung bisher anstrengend?

David Georgi: Genau richtig! Eine Mischung aus Anstrengung, neue Erfahrungen, Anspannung, Freude und einer gesunden Regelmäßigkeit. Die Vorbereitung war intensiver als bei der letzten WM.

David Georgi (im Vordergrund)

David Georgi (im Vordergrund)

 

Torballportal: Was ist bei einem WM-Turnier anders als bei einem Torballturnier mit Vereinsmannschaften?

David Georgi: Auf den Punkt fit und konzentriert zu sein. Die Spiele sind verstreut über den Tag. Da gilt es die Spannung zu halten und zu gleich Ruhe und Optimismus im Team zu spüren. Die Belastung ist hoch und Kleinigkeiten, auch neben dem Platz, führen zu wichtigen Entscheidungen und kleinen Glücksmomenten, die weiter durch ein Turnier tragen. Man ist umgeben von vielen guten Spielern, die alle sehr gut in ihren Vereinen sind. Diese als ein Team wachsen zu sehen ist toll!

David Georgi

David Georgi

Torballportal: Bist Du froh, dass es bald los geht?

David Georgi: Einerseits freue ich mich sehr auf das kommende Turnier, ich weiß aber, wenn man über ein halbes Jahr darauf hingearbeitet hat, kommt danach erstmal – spanischer Rotwein!!!!

 

Das Interview mit Chef-Trainer Hans-Dieter Weidner

Torballportal: Du betreust zum zweiten Mal die Mannschaft bei einer WM. Was unterscheidet diese Mannschaft von der bei der letzten WM?
Hans-Dieter Weidner: Bei der letzten Weltmeisterschaft war die Vorbereitungszeit für mich kürzer. Die Mannschaft war in einem hervorragenden Zustand und ich kannte alle Spieler gut, hatte aber noch kein Turnier mit der Mannschaft bestritten. Es war also auch Neuland für mich und die Mannschaft. Während der Lehrgänge sind wir immer näher zusammen gerückt und sind als Einheit zur WM gefahren. Dort konnten wir Niederlagen und Rückschläge gut verkraften und sind von Spiel zu Spiel besser geworden. Es hat einfach gepasst und wir konnten den Titel gewinnen.
Dieses Mal konnte ich die Mannschaft über einen langen Zeitraum begleiten und beobachten. Lehrgänge, Turniere und Meisterschaften gaben mir Rückschlüsse, so dass ich eine Mannschaft formen konnte, die für eine Weltmeisterschaft geeignet ist. Jeder kennt seine Stärken und Aufgaben in der Mannschaft und jeder weiß, wenn es nicht läuft, ist einer auf der Bank, der ihn ersetzen kann. Wir sind von Verletzungen und Rückschlägen nicht verschon geblieben, aber das wirft uns nicht aus der Bahn. Wir haben von Anfang an mit 8-10 Spielern die Vorbereitungen bestritten, so dass wir jeden Ausfall kompensieren können. Es ist bitter für den Einzelnen kurz vor dem Ziel auszufallen, das ist keine Frage. Für die Mannschaft stellt es kein Problem dar. Sie ist für die Weltmeisterschaft gewappnet. Und zur Mannschaft gehören nicht nur die drei auf dem Feld, da gehören alle dazu: Ersatzspieler, Betreuer und alle die an der Vorbereitung mitgewirkt haben.

 

Taktische Einstellung der Mannschaft

 

Torballportal: Welche Ziele habt ihr euch als Mannschaft gesteckt?
Hans-Dieter Weidner: Wir fahren zur Weltmeisterschaft in die Schweiz als Titelverteidiger. Also kann unser Ziel nur heißen den Titel zu verteidigen. Wir wissen wie stark andere Mannschaften sind und wir wissen, dass wir nicht alle Spiele gewinnen werden. Turnierform, Tagesform und auch sonstige Umstände werden eine Rolle spielen. Wir sind erfahren und können damit umgehen. Wir haben ein Ziel und wir werden alles daran setzen diesen Titel zu verteidigen. Als erste Mannschaft überhaupt.

 

Josef Albanese und Hans-Dieter Weidner bei der Analyse

Torballportal: Seit wann laufen die Vorbereitungen für die WM?

 

Hans-Dieter Weidner: Für den Torballsport gibt es wenig finanzielle Unterstützung. Für eine gute Vorbereitung ist eine kontinuierliche Arbeit jedoch dringend erforderlich. Wir haben seit Jahren unsere Lehrgänge selber finanziert und gemeinsame Trainingsmöglichkeiten gesucht. So haben wir nie den Faden abreißen lassen und stets weiter gearbeitet. Auch als die Weltmeisterschaft 2012 abgesagt wurde, haben wir nicht die Köpfe hängen lassen, sondern weiter trainiert. Das hat sich gelohnt, denn es gab immer ein Pool von Spielern, die gemeinsam trainiert haben. Hinzu kamen immer wieder neue Spieler mit Perspektive und dem Wunsch sich selber zu verbessern.
Die Vorbereitung auf diese WM begann vor ca. einem Jahr. Es fanden mehrere Sichtungslehrgänge statt und nach der Deutschen Meisterschaft im März habe ich mich für die nominierten Spieler entschieden.
Torballportal: Nach welchen Kriterien stellst Du die Mannschaft zusammen?
Hans-Dieter Weidner: Eine Mannschaft ist mehr als die Summe der Einzelspieler. Mir ist es wichtig, dass jeder Spieler jede Position spielen kann, dass jeder Spieler etwas mitbringt, das ihn von den anderen unterscheidet. Wir wollen auf dem Spielfeld flexibel sein und als Einheit auftreten. Jeder ist für eine besondere Aktion gut und darf sich trauen dieses umzusetzen. Wir wollen gestalten und nicht abwarten. Je vielfältiger die Spieler und deren Möglichkeiten umso mehr Chancen bieten sich Tore zu erzielen.
Für mich war es also wichtig Vielfalt in der Mannschaft zu haben, gepaart mit solidem technischen Handwerk und nicht zuletzt Teamfähigkeit. Der Einzelne ist nichts ohne sein Team.
Torballportal: Wie sieht für dich eine gelungene WM aus?

 

Hans-Dieter Weidner: Wir wollen als Mannschaft einen positiven Eindruck auf und neben dem Spielfeld hinterlassen. Wir wollen die Freude am Torball vermitteln und das in unseren Spielen zeigen. Wir wollen als Team hinter jeder Niederlage und jedem Sieg stehen. Wenn uns das gelingt, ist die Teilnahme eine gelungene. Wenn alles passt und wir eine Medaille gewinnen, werden wir uns alle darüber freuen.

 

 

 

Das Interview mit Christian Bachmann

Torballportal: Du hast es in die Nationalmannschaft geschafft und wirst im Juni zum ersten Mal für Deutschland spielen. Hast du vor einem Jahr damit gerechnet?

Christian Bachmann: Auf gar keinen Fall! Habe in solchen Dimensionen damals noch nicht gedacht. Unsere Mannschaft in Kaiserslautern ist national in den letzten Jahren nicht sonderlich erfolgreich gewesen, so dass uns nicht gerade viel Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde. Umso wunderbarer ist es für mich, dass sich mein Traum jetzt erfüllen wird.

Christian Bachmann


Torballportal:
Wie war dein erstes Training mit der Nationalmannschaft?

Christian Bachmann:
Ich wurde super aufgenommen im Team, was für eine tolle Zusammenstellung der Charaktere der Spieler durch die Nationaltrainer spricht. Daher ist es mir nicht sonderlich schwer gefallen, mich wohl zu fühlen, wobei ich natürlich schon Respekt vor den erfahrenen Spielern mit ihren vielen Erfolgen hatte und immer noch habe. Qualitativ und strukturell war es sehr hochwertig und dadurch konnte ich im Training viele gute Lernansätze mitnehmen.

Torballportal:
Was hast du dir für deine erste WM vorgenommen?

Christian Bachmann:
Ich werde wohl nicht sonderlich oft ins Spielgeschehen eingreifen können, aber sollte ich die Möglichkeit bekommen, werde ich alles daran setzen, zu einem tollen Erfolg unseres Teams beizutragen. Die Schufterei vor Beginn der großen Spiele in der Schweiz soll sich doch lohnen.

Christian Bachmann


Torballportal:
Wie ist die Stimmung in der Nationalmannschaft so kurz vor der WM?

Christian Bachmann:
Die Stimmung ist sehr gut, weil wir uns alle prima verstehen und darüber hinaus ein gemeinsames Ziel verfolgen. Die Trainingseinheiten machen riesig Spaß und die gute Stimmung wird durch die beiden Turniererfolge kürzlich in Italien und Belgien noch verstärkt.

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Das Interview mit Kapitän Hans Demmelhuber

Torballportal: Du bist Kapitän der Mannschaft und hast von allen Teilnehmern die meiste Erfahrung. Die wievielte Teilnahme bei Europa- und Weltmeisterschaften ist diese?

Hans Demmelhuber

Hans Demmelhuber

Hans Demmelhuber: Ich habe im Torball sieben Europa- und Weltmeisterschaften gespielt. Im Goalball waren es sogar acht.

Torballportal: Du hast schon viel erreicht in deiner Karriere und bist der erfolgreichste Spieler in Deutschland. Gibt es auch eine Niederlage, die dich heute noch ärgert?

Hans Demmelhuber:
Im letzten Jahr, als wir im Weltcupfinale gegen Trento verloren haben .Bei einem Halbzeitstand von 3: 3 bekamen wir einen Teampenalty. Diesen Penalty habe ich vorbei geworfen. Danach kippte das Spiel zugunsten von Trento. Es gibt also auch Momente über die ich mich ärgere. Aber die schönen Momente überwiegen. Ich habe viele Titel gewonnen und es ist jedes Mal ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Besonders bei den großen Ereignissen wie einer Weltmeisterschaft.

Torballportal
: Wie schätzt Du die Qualität dieser Mannschaft ein?

Hans Demmelhuber
: Ich glaube, es ist die beste Mannschaft, die wir jemals hatten. Es gab noch nie eine Mannschaft, die so vielseitig war. Hinzu kommt, dass wir uns als Team gefunden haben und uns gegenseitig unterstützen.

 

Hans Demmelhuber

Hans Demmelhuber


Torballportal
:Worauf freust Du dich am meisten bei der WM?

Hans Demmelhuber:
Ich freue mich auf die Wettkämpfe. so eine Meisterschaft hat ein eigenes Flair. Das beginnt mit den Lehrgängen, dem ganzen Training vorher, den Vorbereitungsturnieren. Und dann kommt der Einmarsch mit den Nationalhymnen, das ist Gänsehaut pur! Darauf freue ich mich sehr.

 

 

Das Interview mit Christian Ruhland

Torballportal: Du warst zunächst Ersatzspieler und bist dann erst später nach dem Ausfall von Jürgen Becker in die Mannschaft gerückt. War deine Enttäuschung groß nicht sofort nominiert zu werden?

Christian Ruhland: Ich würde da nicht von Enttäuschung reden. Ich kenne das ganze Team schon länger und habe immer gesagt, dass ich die Mannschaft unterstützen werde, wenn ich gebraucht werde. Natürlich ist es schade, dass Jürgen nicht mit fahren kann. Ich hoffe ihn aber gut vertreten zu können.
Torballportal: Was traust Du dieser Mannschaft zu?

Christian Ruhland: Ich sehe diese Mannschaft bei der WM auf jeden Fall im Finale. Die Einsätze der letzten Turniere haben international gezeigt, dass es möglich ist. Natürlich kommt es auf auch auf die Tagesform an. Für einen Sieg muss alles passen.

Christian Ruhland

Christian Ruhland

 

Torballportal: Du bist noch jung. Welche Ziele möchtest Du als Torballspieler erreichen?

Christian Ruhland: Ich habe jetzt mit meinem Mühldorf-Landshuter Team bereits vier deutsche Titel gewonnen. Einmal den Eurocup, zweimal wurde ich beim Europacup Zweiter. Beim Weltcup wurde ich einmal Zweiter und einmal Dritter. Mein Ziel ist es natürlich weitere nationale und internationale Titel zu holen.

 

Das Interview mit Co-Trainer und Physiotherapeut Josef Albanese

Torballportal: Für dich ist die WM in der Schweiz auch die zweite WM. Denkst Du noch gerne zurück an die WM in Innsbruck?

Josef Albanese: Ja, es ist die zweite WM für mich und rückblickend war und ist sie heute noch eine Erinnerung wert. Die Anspannung, der Verlauf und die Emotionen nach dem Titelgewinn sind allgegenwertig.

Torballportal:
Wie gut ist der Fitnesszustand der Mannschaft?

Josef Albanese:
Der Fitnesszustand der Mannschaft ist sehr gut. Sie ist gut motiviert und sieht sich als Einheit.

Torballportal:
Was traust Du dieser Mannschaft zu?

Josef Albanese:
Der Mannschaft traue ich den erneuten Sieg und Titelgewinn allemal zu.

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Torballportal:
Bei Turnieren ist die Anspannung sehr hoch. Ist das gut oder versuchst Du als Physiotherapeut und Co-Trainer dem entgegen zu wirken?

Josef Albanese:
Ich glaube die Anspannung ist bei uns Trainer höher als bei der Mannschaft. Wir sind eine Turniermannschaft und steigern uns in der Regel von Spiel zu Spiel. Es ist für uns wichtig, nicht zu tadeln sondern zu ermuntern, nicht zu verzagen und entstandene Fehler abzulegen. Wir diskutieren bei der Analyse nach dem Spiel, es ist wichtig das Gefühl zu geben dahinterzustehen.

 

Das Interview mit Jörg Bechtold

Torballportal: Du nimmst zum ersten Mal an einer WM teil. Wie hast Du es in die Nationalmannschaft geschafft?

Jörg Bechtold: Nachdem ich einige Jahre in Marburg Torball gespielt habe, bin ich 2009 aus beruflichen und privaten Gründen nach Berlin gezogen. Dort habe ich mit ein, zwei anderen Personen eine neue Torballmannschaft aufgebaut. Wir hatten und haben zwar immer sehr engagierte Unterstützerinnen und Unterstützer an unserer Seite, ohne die es nicht gehen würde, aber ein kompetenter Trainer hat uns immer gefehlt. Trotzdem haben wir uns stetig selbst weiterentwickelt und unsere Leistung gefestigt. Es folgten die ersten guten Ergebnisse und bald auch die ersten Topplatzierungen bei Freundschaftsturnieren. 2013 qualifizierten wir uns dann erstmalig mit Platz 3 bei der Nordrunde für die DM, 2014 verpassten wir bei der selbst ausgerichteten DM nur knapp das Halbfinale und 2015 wurden wir 2. bei der Norddeutschen und 4. bei der Deutschen Meisterschaft. Dies alles blieb vermutlich nicht unbeobachtet, da wir im März 2014 als Mannschaft von Hans-Dieter zu einem Training mit einem erweiterten Kader der Nationalmannschaft eingeladen wurden. Seit diesem Zeitpunkt darf ich im Kreise der Nationalmannschaft trainieren, was sehr viel Spaß macht und mich in meiner persönlichen Entwicklung sehr weit vorangebracht hat.

Jörg Bechtold

Jörg Bechtold

 

Torballportal: Du hast in den letzten Wochen und Monaten viel trainiert. Wie sah dein Trainingsplan aus?

Jörg Bechtold: Ausgefüllt… Ja, das stimmt. Wir haben schon letztes Jahr nach den ersten Sichtungslehrgängen Koordinations-, Gleichgewichts- und Spannungsübungen als Hausaufgabe für zu Hause erhalten, die ich dann täglich – mit kleinen Pausen – absolviert habe. Nach der Deutschen Meisterschaft im März 2015 und der endgültigen Meldung für die WM wurde dann das Heimtraining angezogen und wir erhielten jede Woche neue Übungen zur Kräftigung der Muskulatur und zur Verbesserung der Schnelligkeit. Das ist ein guter Mix, der mich schnell weitergebracht hat. Dazu kamen die einmal im Monat stattfindenden Trainingslehrgänge mit der Mannschaft. Wir wuchsen Schritt für Schritt zusammen und agieren schon sehr flüssig. Das Heimtraining hat die Grundlage dafür gelegt, dass wir auch nach intensiven Einheiten immer noch frisch im Kopf sind.

Jörg Bechtold

Jörg Bechtold

Torballportal: Was hast Du dir für diese erste WM-Teilnahme vorgenommen?

Jörg Bechtold: Viel Erfahrung sammeln und die Atmosphäre aufsaugen. Wenn die Mannschaft mich braucht, dann werde ich sie konzentriert und mit Freude unterstützen und meine Dynamik und Flexibilität einbringen. Der Sieg in Turin beim Vorbereitungsturnier hat sich sehr gut angefühlt. Als erste Mannschaft einzulaufen und als letzte Mannschaft zur Siegerehrung vorgehen, das war schon schön und darf sich in Magglingen sehr gerne wiederholen.

 

 

Das Interview mit Markus Schönbach

Torballportal: Für dich ist es nicht die erste WM. Worauf freust Du dich bei dieser WM?

Markus Schönbach: … darauf, dass es jetzt endlich Ende des Monats losgeht und wir die Titelverteidigung in Angriff nehmen können. Bei unserem ersten Titel 2007 hatten wir während der Vorbereitung und über das gesamte Turnier hinweg eine tolle Stimmung in der Truppe. Das ist dieses Mal absolut genau so. Es hat großen Spaß gemacht an den Vorbereitungslehrgängen/turnieren teilzunehmen und konzentriert auf das Ziel WM in Magglingen hinzuarbeiten. Jetzt steigt die Vorfreude darauf, mit diesem Team wieder das Maximale herauszuholen und eine genauso tolle Zeit wie 2007 in Innsbruck zu verbringen … wenn’s dann wieder ein „goldener Halsschmuck“ werden sollte, würde ich nicht Nein sagen.

Markus Schönbach

Markus Schönbach

Torballportal: Du hast einen WM-Titel. Ist das für dich eine Bürde bei der WM oder eher Ansporn?

Markus Schönbach: Absoluter Ansporn. Wenn man so etwas schon einmal erlebt hat, dann bleibt das in positiver Erinnerung und motiviert. Auf so ein Erfolgserlebnis wieder hinzuarbeiten und die Möglichkeit zu haben, es wiederholen zu dürfen, ist auf keinen Fall als Bürde zu sehen. Wir sind schon Weltmeister und müssen uns dahingehend nichts mehr beweisen. Natürlich wird jede Mannschaft versuchen, gegen den amtierenden Weltmeister unbedingt gewinnen zu wollen, aber wir sind gut vorbereitet und gehen mit dem nötigen Selbstvertrauen ins Turnier, um mit dieser Situation entsprechend umgehen zu können.

Torballportal: Bist Du zufrieden mit der Vorbereitung? Läuft es für dich nach Plan?

Markus Schönbach: Bis hierher sieht es ganz gut aus. Zum Glück bin ich von Verletzungen verschont geblieben und fühle mich fit. In den kommenden Tagen und Wochen wird ja auch noch weiter justiert … und dann schau’n wir mal …

 

Markus Schönbach

Markus Schönbach

Torballportal: Wie sieht für dich eine gelungene WM aus?

Markus Schönbach: Wenn man nach der WM zurückblickt und sagen kann, dass Man mit der Mannschaft das abrufen konnte, was man sich zuvor erarbeitet hat und damit das maximal Mögliche herausgeholt hat. Wenn sich dann auch noch der Erfolg einstellt und man in den Medaillenrängen – vielleicht sogar ganz vorne – landen kann, dann könnte aus einer gelungenen Weltmeisterschaft eine perfekte werden.

 

 

Die Weltmeisterschaft 2015 in Magglingen

Die deutsche Nationalmannschaft der Herren steht kurz vor der Teilnahme an der fünften IBSA Weltmeisterschaft. Austragungsort ist vom 25.06.-28.06.2015 Magglingen in der Schweiz. Weitere Infos dazu unter http://www.torballwm2015.ch/

Ein straffes Trainingsprogramm und mehrere Lehrgänge sowie Turnierteilnahmen hat die Mannschaft hinter sich. Über Sichtungslehrgänge und weitere Leistungslehrgänge hat sich die Mannschaft für die WM herauskristallisiert. Acht Personen – sechs Spieler und zwei Trainer – werden die Reise nach Magglingen antreten.  Im Vorfeld gab es viele, die die Mannschaft unterstützt haben und ihren Beitrag geleistet haben.

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Die Zusammenlegung von Schiedsrichter- und Nationalmannschaftslehrgängen hat für beide Seiten Vorteile gebracht und war für die Mannschaft sehr hilfreich.

Die Sportschule Steinbach hat sich als idealer Ort der Vorbereitung erwiesen. Die familiäre Atmosphäre hat es uns erlaubt ruhig und konzentriert die Aufgaben anzugehen. Die Sportschule hat sich auf unsere Bedürfnisse eingestellt und sogar Umbaumaßnahmen vorgenommen, um für Blinde und Sehbehinderte ideale Bedingungen zu schaffen.

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Mit Dennis Grädtke vom DBS hatten wir eine enge und sehr kompetente Begleitung, wie wir sie bisher noch nicht gekannt haben. Die administrative Arbeit wurde uns dadurch deutlich erleichtert. Dr. Aurel Juncu, als zuständiger DBS-Arzt,  hat die Mannschaft medizinisch betreut und stand der Mannschaft während des gesamten Lehrgangs im Mai zur Verfügung.

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Die Unterstützung durch die TG Unterliederbach durch Spieler, Helfer, Materialien und Trainingsmöglichkeiten in der Vereinshalle war ebenso eine große Unterstützung. Dadurch konnten wir zusätzliche Trainingseinheiten gewinnen. Ramona Ernst und Ralf Thurm haben die Mannschaft in fast allen Lehrgängen unterstützt. Als Schiedsrichter, Helfer und nicht zuletzt mit ihrem Know How in Sachen Torball haben sie einen großen Beitrag geleistet. Stephan Eschebach hat die Mannschaft beim letzten Lehrgang vor der WM als Schiedsrichter und Helfer  unterstützt.

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Die Nationalmannschaft dankt den Spielern, die bei den Sichtungslehrgängen dabei waren, die Mannschaft unterstützt haben und mit ihrem Einsatz die Mannschaft gestärkt haben: Felix Puschmann, Christos Kassapis, Steffen Bülth, Thomas Betzl, Steffen Lehmann, Astrid Weidner um nur einige zu nennen, die in den letzten Wochen und Monaten der Nationalmannschaft sehr nahe standen und sie bei der Vorbereitung unterstützt haben.

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Jetzt steht die Mannschaft kurz vor dem Höhepunkt des Jahres und freut sich auf die Spiele bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz.

Für Deutschland werden folgende Spieler antreten:

Johann Demmelhuber

Hans Demmelhuber

Kapitän der Mannschaft ist Hans Demmelhuber von der SG Mühldorf-Landshut. Er ist mit seiner Erfahrung und seinen überdurchschnittlichen Qualitäten im Angriff und Abwehr seit vielen Jahren der vollkommenste Spieler in Deutschland. 2007 führte er die Mannschaft als Kapitän zum Weltmeistertitel.

 

 

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Markus Schönbach

Markus Schönbach

Markus Schönbach spielt für TG Unterliederbach. Seine Stärken liegen vor allem in der Defensive und bei Standardsituationen. Er kann jede Position spielen. Markus Schönbach wurde 2007 Weltmeister.

 

 

 

 

Christian Ruhland

Christian Ruhland

Christian Ruhland spielt auch für die SG Mühldorf-Landshut. Seine Qualitäten liegen im defensiven Bereich, wobei seine zunehmende Torgefährlichkeit bemerkenswert ist. Er kann alle Positionen spielen und hat reichlich Erfahrung bei internationalen Turnieren und in Finalspielen.

 

 

 

David Georgi

David Georgi

David Georgi spielte viele Jahre für den PSV Karlsruhe und die SG Baden. 2014 wechselte er zur TG Unterliederbach. Seine Stärken: sichere Abwehr, Würfe mit rechts und links, großartige Mannschaftsführung und nicht zuletzt die ganz besondere Wurftechnik. Auch er wurde 2007 Weltmeister.

 

 

 

 

Jörg Bechtold

Jörg Bechtold

Jörg Bechtold spielt für den Berliner BSV. Mit seinem Kampfgeist und seiner Lernfähigkeit hat er sich einen Platz in der Nationalmannschaft erkämpft. Er spielt alle Positionen und ist vielseitig einsetzbar. Die WM 2015 ist seine erste Weltmeisterschaftsteilnahme.

 

 

 

 

Christian Bachmann

Christian Bachmann

Christian Bachmann spielt für TFC Kaiserslautern. In den letzten Jahren hat er eine sehr konstante Entwicklung durchgemacht und Abwehr und Angriff kontinuierlich verbessert. Er spielt alle Positionen und ist damit ein idealer Spieler für das Nationalteam. Für ihn ist die WM 2015 die erste WM-Teilnahme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Die Trainer

 

Betreut wird die Nationalmannschaft wie schon 2007 von Hans-Dieter Weidner (Chef-Trainer) und Josef Albanese (Co-Trainer).

Hans-Dieter Weidner

Hans-Dieter Weidner

 

Josef Albanese

Josef Albanese

 

Die Weltmeisterschaft 2007 in Innsbruck

 

„Das Gold verliert nichts an seinem Wert in der Welt, wenn’s ein Pokal für Kristalle hält“

Die deutsche Nationalmannschaft der Herren ist Torball-Weltmeister

Innsbruck, 08.09.2007
16.10 Uhr in den Hallen des Tiroler Landessportcenter. Schlusspfiff in der finalen Partie der 4. Torball-Weltmeisterschaft. „aus, aus, aus. Das Spiel ist aus!“ Und tatsächlich; „Deutschland ist…“ Torball-Weltmeister; Dank eines 4:2 Erfolges gegen Belgien.
Bis zum Finale war es jedoch ein teilweise steiniger Weg. Begonnen hatte alles am Donnerstag, 06.09 als die deutsche Equipe auf den WM-Neuling Kamerun traf und mit einem überzeugenden 11:0 vom Platz ging. Dieses Spiel ging allerdings nicht in die Wertung ein, da Kamerun das Turnier vorzeitig beendete. -ein erster Prüfstein wartete mit Italien auf das Team von Coach Hans-Dieter Weidner. Trotz einer 1:0 Führung geriet Deutschland durch technisch herausgespielte Treffer der Italiener mit 1:4 in Rückstand. Nach der Pause konnte mehr Druck aufgebaut werden und kurz vor Schluss stand es 4:5. Zwar hatte das deutsche Team noch eine Chance auszugleichen, doch der Ball wurde knapp um den Pfosten gelenkt. Im Gegenzug kassierte man einen Strafwurf und verlor mit 4:6. Nach dem Spiel waren sich Trainer und Spieler sicher, dass sie Italien nicht zum letzten Mal im Turnierverlauf getroffen hatten und sie sollten Recht behalten.
Gegen Russland gab es wiederum einen überzeugenden 7:0 Erfolg, der Kraft für die nächste, schwere Aufgabe gegen die Schweiz gab. Diese waren bereits unter Zugzwang und mussten gewinnen. Trotz einer schnell herausgespielten 2:0 Führung kamen die schweizer bei Halbzeit zu einem 2:2 Remis. Jürgen Becker war es dann vorbehalten den viel umjubelten Siegtreffer, Mitte der zweiten Halbzeit, zu erzielen. Mit 6:2 Punkten verlief der erste Turniertag sehr erfolgreich.
Am Freitag wartete das junge Team aus Frankreich auf die deutsche sechs. Es entwickelte sich ein spannendes und sehenswertes Spiel, das hin und her wogte – und doch keinen Sieger fand. 2:2 lautete hier der Endstand. Gegen Belgien war es nun unbedingt wichtig zu gewinnen um im letzten Spiel gegen Gastgeber Österreich nicht doch noch um den Einzug ins Halbfinale bangen zu müssen. Trotz einer 1:0 Führung lag Deutschland bei Halbzeit 1:3 zurück und es sah nicht so aus, als fiele die starke belgische Defensive. Erst nach dem Anschlusstreffer zwang das deutsche Team den Gegnern zu Fehlern und spielte wie entfesselt. Ein viel umjubelter 6:3-Endstand war am Ende der Lohn und schon fast die Qualifikation für das Halbfinale. Diese wurde endgültig, dank eines 9:2 Erfolges über Uruguay besiegelt. Gegen Gastgeber Österreich bot sich den Zuschauern ein spannendes, aber für die Platzierungen bedeutungsloses Spiel. Bei Halbzeit führte das deutsche Team durch einen verwandelten Penalty von Hans Demmelhuber. Nach dem Pausenwasser ging es hin und her. In der letzten Minute erzielte Österreich das 4:3. Mit 15:1 Punkten führten die Gastgeber souverän die Tabelle an, gefolgt von Italien, Gegner Deutschlands in den Halbfinalspielen. Kompletiert wurde das Feld von Belgien.
Im ersten Halbfinale traf Österreich auf Belgien. Der Gastgeber vergab in der ersten Halbzeit zahlreiche Chancen, konnte aber doch noch den Führungstreffer erzielen. Als den Belgiern der Ausgleich gelang, kippte das Spiel und Belgien siegte überraschend deutlich mit 4:1.
Die deutsche Nationalmannschaft erwischte gegen Italien einen sehr guten Start. Bei Halbzeit stand es bereits 3:1. Die Führung konnte in der zweiten Halbzeit beständig ausgebaut werden und am Ende stand ein deutliches 7:2 in den Protokollen.
Das Spiel um Platz drei gewann Österreich gegen Italien mit 4:3.
Den Zuschauern bot sich nunmehr ein äußerst spannendes Finalspiel. Die 1:0 Führung erzielte Hans Demmelhuber durch einen verwandelten Strafwurf. Der Ausgleich der Belgier, ein technisch präziser Wurf, war ebenfalls sehenswert. Noch in der ersten Halbzeit gab es wiederum die Führung für Deutschland, ebenfalls durch eine Standardsituation. In der zweiten Halbzeit wogte das Spiel hin und her und nach einem Konter erzielte Belgien das 2:2. Deutschland hatte bereits zwei Strafwürfe abwehren können und sah sich nunmehr einem Penalty gegenüber. Hans Demmelhuber konnte selbigen mit einer Glanzparade abwehren. Die letzte Minute war bereits angesagt. „Die Spannung war unerträglich. Was wenn Belgien ein Tor erzielt. Soll man auswechseln? Auf Golden Goal spielen? Ein Time Out wollte ich jedenfalls nicht nehmen“, so Chefcoach Hans-Dieter Weidner. Jürgen Becker erzielte dann mit seiner linken Hand ein erlösendes 3:2 und legte wenige Würfe später sogar mit dem 4:2 nach.
Die Deutschen konnten ihr Glück gar nicht fassen. Bei der Siegerehrung nahm jeder der Spieler und Trainer einen Blumenstrauß entgegen und zu den Klängen der Nationalhymne wurde Deutschland als Weltmeister offiziell bekannt gegeben.
Bei der abendlichen Zeremonie wurde dann ein ganz besonderer Pokal, dessen Wert im vierstelligen Bereich liegt, übergeben. Ein Pokal von Swarowski, auf dessen Forderseite das Logo der Torball-WM mit kleinen Glaskristallen aufgeklebt wurde. Der Pokal strahlte im Lichte, sow wie die 8 glücklichen beteiligten, die ihn nun fest in Händen halten.
Trainer Hans-Dieter Weidner, der erst im April die Mannschaft übernahm und um die bisherigen Stammspieler ein neues Team formiert hatte, konnte das Glück nicht fassen. Auch der 2. Trainer, Josef Albanese, ebenfalls seit April dabei, gab sich überwältigt, ob des überraschenden Erfolges. Halbfinale war das Ziel, eine Medaille hatten sich alle gewünscht; dass es jetzt eine goldene geworden ist hilft hoffentlich auch dem deutschen Torball in seiner Gesamtheit auf dem steinigen Weg in Richtung Zukunft.

 

Für Deutschland spielten:
Nr. 1: Hans Demmelhuber (Landshut)
Nr. 2: Markus Schönbach (Frankfurt)
Nr. 3: Jürgen Becker (Frankfurt)
Nr. 4: Mario Kratzer (Karlsruhe)
Nr. 5: Thomas Horn (Veitshöchheim)
Nr. 6: David Georgi (Karlsruhe)
Trainer:
Hans-Dieter Weidner (Karlsruhe)
Josef Albanese (Karlsruhe)